Musik von J.S. Bach
Partita Nr. 2 d-Moll, BWV 1004, für Violine solo

Lukas Hartmann, Texte
Pascal Druey, Violine


Dauer:bis 12.30 Uhr (nur Konzert), anschliessend gemeinsames Essen im FidazerHof
Eintritt: CHF 83.- inkl. Mittagessen (ohne Getränke), nur Konzert CHF 33.- (ermässigt 18.-)

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Unser Gast wird der bekannte Schweizer Autor Lukas Hartmann sein. Als Klassik-Liebhaber, der Violine und Klavier spielt, wusste er sofort, was er zwischen seinen Texten hören möchte: Musik aus den Sonaten für Violine solo von J. S. Bach. Der Schriftsteller erinnert sich noch ganz genau, wie er Bachs Musik für sich entdeckte: „Diesen Abend im Mai habe ich nie vergessen. Ich war sechzehn, Schüler im Internat des Seminars Hofwil, ich hatte, bis die Dämmerung einsetzte, auf der Sportanlage Hochsprung trainiert und ging nun in Turnhosen und Leibchen zurück zum Wohngebäude. Da hörte ich, ganz unerwartet, eine Musik, die mich augenblicklich festbannte. Sie kam aus einem halb offenen Fenster im Parterre, aus einem der Schlafräume. Ich erkannte als Solo-Instrument die Geige, auf der ich seit drei Jahren selber übte, dazu eine Flöte und ein Cembalo; im Hintergrund ein kleines Orchester. Aber was spielten sie denn? Die Melodien gingen hin und her, überlagerten sich, wurden aufgenommen, abgewandelt; ein lustvoll-lebendiger Dialog war es. Als das Stück, viel zu früh, zu Ende war, hörte ich von drinnen Stimmen, ein Lachen. Ich fragte durchs Fenster: „Was war das?“ Einer aus der Parallelklasse lehnte sich zu mir heraus und sagte: „Bach. Ist doch klar.“ Ich nickte, als ob ich Bescheid wüsste, merkte nun, dass ich fror, und ging benommen weiter zur Eingangstür. Bach, Johann Sebastian: Den Namen kannte ich natürlich, ich wusste auch, dass Orgelstücke, die ich als widerspenstiger Konfirmand in der Kirche über mich ergehen liess, von ihm stammten. Aber ich hatte ihnen, mit anderem beschäftigt, nie richtig zugehört. Das Erlebnis draussen vor dem Fenster war völlig anders gewesen, es hatte mir die Tür zu einer neuen Welt aufgestossen, zu etwas makellos Schönem, in dessen musikalischem Fluss jeder Ton, jedes Motiv seinen Platz hatte und zum inneren Gleichgewicht beitrug, das mir selber schmerzhaft fehlte.“