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SUMMARY:Flimsfestival: Musik für einen Gast
DESCRIPTION:Unser Gast wird der bekannte Schweizer Autor Lukas Hartmann sei
 n. Als Klassik-Liebhaber\, der Violine und Klavier spielt\, wusste er sofo
 rt\, was er zwischen seinen Texten hören möchte: Musik aus den Sonaten f
 ür Violine solo von J. S. Bach. Der Schriftsteller erinnert sich noch gan
 z genau\, wie er Bachs Musik für sich entdeckte: „Diesen Abend im Mai h
 abe ich nie vergessen. Ich war sechzehn\, Schüler im Internat des Seminar
 s Hofwil\, ich hatte\, bis die Dämmerung einsetzte\, auf der Sportanlage 
 Hochsprung trainiert und ging nun in Turnhosen und Leibchen zurück zum Wo
 hngebäude. Da hörte ich\, ganz unerwartet\, eine Musik\, die mich augenb
 licklich festbannte. Sie kam aus einem halb offenen Fenster im Parterre\, 
 aus einem der Schlafräume. Ich erkannte als Solo-Instrument die Geige\, a
 uf der ich seit drei Jahren selber übte\, dazu eine Flöte und ein Cembal
 o\; im Hintergrund ein kleines Orchester. Aber was spielten sie denn? Die 
 Melodien gingen hin und her\, überlagerten sich\, wurden aufgenommen\, ab
 gewandelt\; ein lustvoll-lebendiger Dialog war es. Als das Stück\, viel z
 u früh\, zu Ende war\, hörte ich von drinnen Stimmen\, ein Lachen. Ich f
 ragte durchs Fenster: „Was war das?“ Einer aus der Parallelklasse lehn
 te sich zu mir heraus und sagte: „Bach. Ist doch klar.“ Ich nickte\, a
 ls ob ich Bescheid wüsste\, merkte nun\, dass ich fror\, und ging benomme
 n weiter zur Eingangstür. Bach\, Johann Sebastian: Den Namen kannte ich n
 atürlich\, ich wusste auch\, dass Orgelstücke\, die ich als widerspensti
 ger Konfirmand in der Kirche über mich ergehen liess\, von ihm stammten. 
 Aber ich hatte ihnen\, mit anderem beschäftigt\, nie richtig zugehört. D
 as Erlebnis draussen vor dem Fenster war völlig anders gewesen\, es hatte
  mir die Tür zu einer neuen Welt aufgestossen\, zu etwas makellos Schöne
 m\, in dessen musikalischem Fluss jeder Ton\, jedes Motiv seinen Platz hat
 te und zum inneren Gleichgewicht beitrug\, das mir selber schmerzhaft fehl
 te.“
LOCATION:Via da Fidaz 15\, 7019 Fidaz
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